Die Frage wird gerade häufiger gestellt: „ki sichtbarkeit messen“ wurde in Deutschland bis vor Kurzem kaum gesucht und kam in den letzten drei Monaten auf rund 420 Suchanfragen; „ki sichtbarkeit“ liegt bei etwa 170 im Monat (+88 % im Sommer 2026 gegenüber Herbst 2025), „was weiß chatgpt über mich“ bei etwa 50 (Google Ads über DataForSEO, August 2026, eigene Keyword-Recherche). Die gute Nachricht: Für eine ehrliche Messung brauchen Sie kein teures Werkzeug, aber eine Methode.
Warum ein Screenshot nichts beweist
KI-Systeme wählen bei jeder Antwort neu aus. Das zeigen große Studien wie unsere eigenen Messungen:
- Die Liste wechselt. Stellt man dieselbe lokale Frage erneut, wiederholen KI-Systeme nur 20–33 % der genannten Betriebe (BrightLocal, September 2026, USA, 200.085 Anfragen).
- Fast die Hälfte taucht nur einmal auf. In unserer ersten Messrunde am 3. Oktober 2026 nannte ChatGPT 90 verschiedene Betriebe; 44 davon erschienen nur in einer von fünf Antworten.
- Die Sprache ändert die Antwort. Für Zahnärzte in Österreich nannte ChatGPT auf Deutsch und auf Englisch je 12 Praxen in fünf Antworten, nur 3 davon in beiden Sprachen.
- Jedes System hat seine eigene Liste. Für einen Installateur in Deutschland hatten ChatGPT und Gemini nur einen Teil der Namen gemeinsam, und der Google KI-Modus nannte einen einzigen Betrieb, den die anderen nicht kannten.
Ein Screenshot, auf dem Sie fehlen, heißt also nicht „unsichtbar“. Und ein Screenshot, auf dem Sie stehen, heißt nicht „sichtbar“. Erst mehrere Durchläufe zeigen, ob Sie zum festen Kern einer Antwort gehören oder nur zufällig mal auftauchen.
In 15 Minuten selbst messen
So gehen wir vor, verkleinert auf das, was Sie selbst an einem Vormittag schaffen:
- Zwei bis drei Kundenfragen formulieren. So, wie Ihre Kunden fragen, mit Ort: „Kannst du mir einen guten Zahnarzt in meiner Stadt empfehlen?“, „Wer macht in meiner Stadt kurzfristig eine Heizungswartung?“. Eine zweite Frage mit einem typischen Zusatz: „Kassenpatient“ oder „privat“, „Notdienst“, „spricht Englisch“, „in der Nähe vom Hauptbahnhof“. Jeder Zusatz kann eine andere Liste ergeben.
- In einem privaten Browserfenster fragen. Ohne Anmeldung oder mit einem neuen Gespräch, damit frühere Chats die Antwort nicht färben.
- Jede Frage mehrmals stellen. Mindestens dreimal in ChatGPT, zweimal in Gemini, einmal im Google KI-Modus, jeweils in einem neuen Gespräch.
- Notieren, wer genannt wird. Eine einfache Tabelle reicht: Zeilen sind Betriebe (Sie und Ihre Mitbewerber), Spalten die Durchläufe. Ein Kreuz, wenn der Betrieb genannt wurde.
- Als Bruch mit Datum festhalten. „In 2 von 3 ChatGPT-Antworten genannt, 3. Oktober“ . Keine Prozentzahl aus drei Antworten, die täuscht Genauigkeit vor.
- Quellen notieren. Welche Seiten zitiert die Antwort? Oft sind es Verzeichnisse und Bewertungsportale, in unseren Messungen etwa werkenntdenbesten, Das Örtliche, Gelbe Seiten, MyHammer, Herold, Jameda oder local.ch, und nicht Ihre Website.
- Nach einem Monat wiederholen. Dieselben Fragen, dieselben Systeme, dieselbe Zahl an Durchläufen. Nur so sehen Sie, ob sich etwas bewegt.
Was Sie damit nicht sehen: Antworten für angemeldete Nutzer mit bestimmten Tarifen, mit gespeichertem Standort oder Gesprächsverlauf. Das kann niemand vollständig messen, auch wir nicht. Wir sagen das in jedem Bericht dazu.
Falsche Angaben finden: die Namensfrage
Mindestens so wichtig wie „Werde ich genannt?“ ist „Was sagt die KI über mich?“. Stellen Sie eine Frage mit Ihrem Namen: „Ist [Ihr Betrieb] in [Ort] empfehlenswert? Wo ist er, wann hat er geöffnet, was kostet [Leistung]?“ Vergleichen Sie jede Angabe mit Ihrer Website und Ihrem Google-Unternehmensprofil.
In unseren Prüfungen von 21 Betrieben fanden wir bei 12 Widersprüche zwischen den eigenen Quellen, Website, Google-Profil, Buchungssystem , und die KI übernahm jeweils eine der Versionen. Dazu kamen 15 klare Fehler, die zu keiner Quelle passten: 8 im Google KI-Modus, 4 bei Perplexity, 3 bei ChatGPT. Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum:
- Bei einer Zahnarztpraxis nannte ein System sie „Privatpraxis“, ein anderes zählte Kassenverträge auf.
- Bei einer Ästhetikpraxis nannten drei Systeme drei verschiedene Preise für dieselbe Behandlung.
- Bei einer Zahnarztpraxis, die keine Preise veröffentlicht, übernahm der Google KI-Modus die Preise anderer Praxen.
Solche Fehler kosten Anfragen, auch wenn Sie genannt werden. Die Lösung liegt fast immer in Ihren eigenen Quellen: einheitliche Angaben im Google-Profil, auf der Website und in den Verzeichnissen. Mehr dazu im Ratgeber Google-Unternehmensprofil & KI.
Keine Zeit für die Tabelle? Der kostenlose Check stellt die Fragen für Sie, mehrfach, mit Datum.
Was Messwerkzeuge zeigen, und was nicht
Es gibt inzwischen eine Reihe von Programmen, die KI-Antworten automatisch abfragen. Laut den Preisseiten der Anbieter beginnen sie bei etwa 29 US-Dollar (Otterly), 31 US-Dollar (BrightLocal, 20 Fragen pro Standort) oder 24,99 US-Dollar (Local Falcon) im Monat (Stand 3. Oktober 2026; Preise ändern sich). Für viele Betriebe ist das ein brauchbarer Anfang. Drei Dinge sollten Sie vorher klären:
- Misst das Werkzeug die App oder die Schnittstelle? Viele fragen über die Programmierschnittstelle (API) ab. In unserem Test nannte die ChatGPT-Schnittstelle mit Websuche überwiegend andere Betriebe als die ChatGPT-App, die Ihre Kunden benutzen: Nur 6 von 24 Betrieben (25 %) aus den Schnittstellen-Antworten kamen auch in den App-Antworten vor. Die App zeigte Unternehmenskarten aus dem Google-Profil, die Schnittstelle nicht.
- Wie viele Durchläufe pro Frage? Ein Durchlauf pro Frage und Monat ist bei dieser Schwankung kaum aussagekräftig.
- Sehen Sie das Warum? Ein Werkzeug zeigt, ob Sie genannt werden, nicht, dass Ihre Öffnungszeiten im Verzeichnis veraltet sind oder Ihre Website KI-Crawler aussperrt. Die Gründe finden Sie nur, wenn jemand die Quellen prüft.
Besuche aus ChatGPT in Ihrer Statistik
Eine zweite, ganz andere Messgröße: Wie viele Menschen kommen über eine KI-Antwort auf Ihre Website? Wenn jemand in ChatGPT auf einen Link zu Ihrer Seite klickt, erscheint der Besuch in Ihrer Webstatistik häufig mit der Herkunft chatgpt.com, oft auch mit dem Parameter utm_source=chatgpt.com in der Adresse. Legen Sie sich in Ihrem Analyse-Werkzeug einen Filter auf diese Herkunft an, ebenso auf gemini.google.com und perplexity.ai.
Zwei Einschränkungen: Viele Kunden lesen die Antwort und rufen direkt an oder gehen zum Google-Profil, ohne Ihre Website zu besuchen. Und nicht jeder Klick wird sauber zugeordnet. Die Besucherzahl unterschätzt die Wirkung also eher. Fragen Sie deshalb auch am Telefon oder im Anmeldebogen, wie neue Kunden auf Sie gekommen sind, und fragen Sie nach, wenn jemand nur „online“ sagt.
Monatlich messen: so machen wir es
Für unsere Kunden messen wir jeden Monat gleich: dieselben Fragen, fünf Durchläufe in ChatGPT, drei in Gemini, dazu der Google KI-Modus und die Google-Kartenergebnisse als Vergleich. Wir lesen die Antworten, die Menschen in den Apps sehen, nicht die Schnittstelle. Das Ergebnis ist eine Seite, die Sie in fünf Minuten lesen: Sie neben Ihren drei wichtigsten Mitbewerbern, jeweils als Bruch, plus falsche Angaben, sobald sie auftauchen. Die genauen Regeln stehen in unserer Methodik.
- Monitor, ab 149 € im Monat: Sie erledigen die Arbeit selbst, wir messen und zeigen die Gründe.
- Betreuung, ab 590 € im Monat: Messung plus Pflege von Profilen, Verzeichnissen und Seiten.
Alle Preise netto zzgl. USt., monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit, alle Zugänge auf Ihren Namen. Einzelheiten unter Preise. Wie sich KI-Antworten über Branchen und Städte hinweg verhalten, zeigt unsere Studie.
Häufige Fragen
Wie kann ich meine KI-Sichtbarkeit messen?
Stellen Sie ChatGPT, Gemini und dem Google KI-Modus die Fragen Ihrer Kunden, mit Ihrem Ort, in der Sprache Ihrer Kunden, und zwar jede Frage mehrmals. Notieren Sie für jedes System, in wie vielen Antworten Sie genannt wurden, als Bruch mit Datum: „in 2 von 5 Antworten genannt, 3. Oktober“. Wiederholen Sie dieselbe Messung jeden Monat.
Warum nennt ChatGPT mich mal und mal nicht?
KI-Antworten sind nicht fest. Fragt man dieselbe lokale Frage erneut, wiederholen die Systeme nur 20–33 % der genannten Betriebe (BrightLocal, September 2026, USA). In unseren Messungen tauchte fast die Hälfte der von ChatGPT genannten Betriebe nur in einer von fünf Antworten auf.
Gibt es einen „KI-Sichtbarkeits-Score“?
Jeder Anbieter rechnet anders, und eine Prozentzahl aus wenigen Antworten täuscht Genauigkeit vor. Aussagekräftiger ist ein Bruch pro System und Frage, „in 3 von 5 ChatGPT-Antworten, in 0 von 3 Gemini-Antworten“, neben Ihren wichtigsten Mitbewerbern und mit Datum.
Reichen Messwerkzeuge, die über eine Schnittstelle (API) abfragen?
Nur bedingt. In unserem Test nannte die ChatGPT-Schnittstelle mit Websuche überwiegend andere Betriebe als die ChatGPT-App: Nur 6 von 24 Betrieben aus den Schnittstellen-Antworten tauchten auch in den App-Antworten auf. Fragen Sie jeden Anbieter, ob er die Oberfläche misst, die Ihre Kunden sehen.
Was kostet es, KI-Sichtbarkeit regelmäßig zu messen?
Software-Werkzeuge beginnen laut Preisseiten der Anbieter bei etwa 25–31 US-Dollar im Monat (Stand 3. Oktober 2026). Unser Monitor kostet ab 149 € im Monat netto zzgl. USt. und enthält zusätzlich die Gründe, warum Sie genannt werden oder nicht, sowie falsche Angaben über Sie. Monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit.
