Aufträge finden: was sich durch KI ändert
„Aufträge finden“ wird in Deutschland rund 1.000-mal im Monat gesucht, Tendenz steigend; „Handwerker Aufträge“ rund 590-mal (Google-Schätzwerte, August 2026, aus unserer Keyword-Recherche). Die meisten Antworten darauf führen zu Portalen, die Kontakte verkaufen. Viele Betriebe kennen das Ergebnis: Dieselbe Anfrage geht an mehrere Firmen, bezahlt wird pro Kontakt, auch wenn kein Auftrag daraus wird.
Auf der Kundenseite verschiebt sich gerade etwas. Statt fünf Portale zu vergleichen, fragen Kunden ChatGPT, Gemini oder den Google KI-Modus: „Kannst du mir einen guten Installateur in meiner Stadt empfehlen?“ Die KI antwortet mit einer kurzen Liste, meist mit Sternebewertung und Telefonnummer. Wer auf dieser Liste steht, bekommt den Anruf direkt.
Diese Liste lässt sich nicht kaufen. Sie lässt sich aber beeinflussen, über die Quellen, die die KI liest.
Unsere Messung: Installateur in Deutschland
Am 3. Oktober 2026 haben wir ChatGPT fünfmal, Gemini dreimal und den Google KI-Modus einmal nach einem Installateur in Deutschland gefragt und die Antworten mit Googles Kartenergebnissen verglichen. Kleine Stichprobe, ein Tag, Namen anonymisiert.
- ChatGPT nannte 9 Betriebe in 5 Antworten. Ein Betrieb stand in 4 von 5 Antworten an erster Stelle; vier Betriebe tauchten in mindestens 3 von 5 Antworten auf. Für ChatGPT ein vergleichsweise stabiles Bild.
- Gemini nannte ebenfalls 9 Betriebe, in nur 3 Antworten, und zum Teil andere als ChatGPT.
- Von den drei ersten Betrieben in Google Maps erschien nur einer in der ChatGPT-Liste. Gut in Maps zu stehen reicht nicht.
- Der Google KI-Modus nannte einen einzigen Eintrag mit einem allgemein klingenden Namen aus „Installateur“ und Stadtteil.
- Perplexity verwies vor allem auf ein Wartungsportal und auf MyHammer statt auf einzelne Betriebe.
Über alle Systeme kamen für eine einzige Frage 16 verschiedene Namen zusammen. Für einen Betrieb heißt das: Eine einzelne Antwort, in der Sie fehlen, beweist nichts. Aussagekräftig ist, wie oft Sie über mehrere Durchläufe und Systeme genannt werden.
Gebäudereinigung in Deutschland
Dieselbe Messung für eine Reinigungsfirma in Deutschland: ChatGPT nannte 12 Firmen in 5 Antworten, eine davon in 4 von 5 Antworten an erster Stelle. Auffällig: Neben echten Reinigungsfirmen stand eine Vermittlungsplattform in der Liste. Die KI unterscheidet nicht immer zwischen Betrieb und Portal.
Aufschlussreich war, wonach ChatGPT im Hintergrund suchte: „Reinigungsfirma [Stadt] Gebäudereinigung Bewertungen 2026“. Die KI sucht also nicht nach Ihrer Website, sondern nach Bewertungen über Sie, und landet damit bei Verzeichnissen und Bewertungsportalen.
Die Verzeichnisse, die KI liest
In unseren Messungen in Deutschland und Österreich wurden diese Quellen zitiert oder gezielt gesucht (Anzahl der Antworten, in denen die Quelle zitiert wurde):
| Quelle | In unserer Stichprobe |
|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | Quelle von Bewertung und Anzahl auf den ChatGPT-Karten |
| werkenntdenbesten.de | 9 Antworten |
| trustlocal.de | 6 Antworten |
| Das Örtliche | 5 Antworten |
| profimap.de, my-hammer.de | je 4 Antworten |
| klempnerfinder.de | 3 Antworten |
| Gelbe Seiten | 2 Antworten |
| Herold (Österreich), 11880 | in einzelnen Antworten zitiert |
| Check24 Profis | in unseren Stichproben nicht aufgetaucht |
Was zählt, ist nicht die Zahl der Einträge, sondern ihre Übereinstimmung: derselbe Firmenname, dieselbe Adresse, dieselbe Telefonnummer und dieselben Öffnungszeiten überall. In unseren Einzelprüfungen widersprachen sich bei 12 von 21 Betrieben die eigenen Quellen, und die KI übernahm dann eine der Versionen, nicht unbedingt die aktuelle.
Portale oder eigene Sichtbarkeit?
Viele Handwerker ärgern sich über bezahlte Kontakte, die mit Mitbewerbern geteilt werden oder aus denen nie ein Auftrag wird. Trotzdem ist ein Portalprofil nicht wertlos: Wenn die KI MyHammer oder werkenntdenbesten liest, ist ein gepflegtes Profil, das Ihren Betrieb richtig beschreibt, eine Quelle mehr. Dafür müssen Sie nicht pro Kontakt bezahlen.
Die Gefahr liegt woanders. In Großbritannien stützte sich ChatGPT bei Handwerkern vor allem auf Portale: Checkatrade stand in 78 von 80 Antworten, Verzeichnisse machten 71,9 % der Quellen aus, und nur bei 2 von 41 Betrieben mit Website wurde die eigene Seite zitiert (Murray Digital, August 2026, kleine Stichprobe, Großbritannien). So weit ist es im deutschsprachigen Raum nach unseren Stichproben nicht: In Deutschland, Österreich und die Schweiz nannte ChatGPT überwiegend einzelne Betriebe mit Namen, nur Perplexity verwies auch auf Portale wie MyHammer. Wer seine eigenen Quellen jetzt in Ordnung bringt, sorgt dafür, dass die KI weiter Ihren Betrieb nennt und nicht nur ein Portal.
Google-Profil für Handwerksbetriebe
Weil ChatGPT im deutschsprachigen Raum Bewertung und Anzahl aus dem Google-Profil zeigt und Gemini oft direkt auf Google Maps verweist, ist das Profil die wichtigste Einzelquelle. Die Checkliste:
- Profil beanspruchen und bestätigen. Viele Betriebe haben ein Profil, das Google selbst angelegt hat, mit falschen Öffnungszeiten oder alter Adresse.
- Hauptkategorie präzise wählen (Installateur, Elektriker, Dachdecker, Gebäudereinigung …) und Leistungen einzeln eintragen.
- Servicegebiet angeben, wenn Sie zum Kunden fahren. Betriebe ohne Ladengeschäft werden etwas seltener genannt: In einer großen US-Studie lag die Sichtbarkeit von Betrieben mit Ladengeschäft bei 33,6 %, von reinen Servicebetrieben bei 29,4 % (BrightLocal, September 2026, USA). Umso wichtiger ist ein vollständiges Profil.
- Notdienst und Öffnungszeiten exakt wie auf der Website.
- Eine Telefonnummer, nicht drei verschiedene in drei Verzeichnissen.
- Fotos echter Arbeiten und regelmäßig neue, echte Bewertungen, nach jedem Auftrag fragen, ohne Gegenleistung. Auf jede Bewertung antworten.
Ausführlich im Ratgeber Google-Unternehmensprofil und KI.
Was Kunden je Gewerk fragen
Die Grundregeln gelten für alle Gewerke. Was sich unterscheidet, sind die Fragen der Kunden, und damit die Angaben, die die KI von Ihnen braucht.
SHK und Installateur
Gefragt wird nach Notdienst („Rohrbruch, wer kommt heute noch?“), nach Heizungstausch und zunehmend nach Wärmepumpen. Bei Notfällen nennt die KI vor allem Betriebe, deren Erreichbarkeit eindeutig ist. Schreiben Sie Ihre Notdienstzeiten und Ihr Einzugsgebiet auf Website und Google-Profil, gleichlautend.
Elektro
Typische Fragen betreffen Zählerschrank, E-Check, Wallbox und Photovoltaik. Kunden wollen wissen, ob ein Betrieb das konkret macht und in welchem Gebiet. Eine eigene Seite pro Leistung mit Ablauf und Preisrahmen gibt der KI etwas Zitierfähiges.
Dach
Nach Sturm und Hagel geht es um schnelle Hilfe, sonst um Sanierung und Dämmung. Kunden fragen nach Meisterbetrieb, Versicherungsabwicklung und Referenzen in der Nähe. Nennen Sie Innungsmitgliedschaft und Herstellerzertifikate dort, wo die KI sie findet: im Seitentext.
Gebäudereinigung
Gewerbekunden fragen nach Büroreinigung, Unterhaltsreinigung und Grundreinigung, oft mit Stadtteil. In Deutschland stand in der KI-Liste auch eine Vermittlungsplattform neben echten Firmen. Wer klar sagt, welche Objekte, welche Größe und welche Bezirke er übernimmt, ist von Plattformen unterscheidbar.
Umzug
Gefragt wird nach Festpreis, Halteverbotszone, Möbelmontage und Fernumzügen. Die KI erklärt dabei gern, worauf man achten soll. Ein klarer Ablauf mit den Leistungen, die im Preis enthalten sind, beantwortet genau diese Fragen.
Kfz-Werkstatt
Kunden fragen nach Inspektion, HU-Vorbereitung, Reifenwechsel und ob eine Werkstatt ihre Marke kennt. Öffnungszeiten, Marken und Leistungen müssen in Profil und Website übereinstimmen, falsche Öffnungszeiten sind einer der häufigsten Fehler in KI-Antworten.
Die Handwerker-Website
„Handwerk Website“ und „Webdesign für Handwerker“ gehören zu den häufigsten Suchen in der Branche. Für Kunden und KI zählt weniger das Design als der Inhalt:
- eine Seite pro Leistung, mit Ablauf und, wo möglich, Preisrahmen;
- Einzugsgebiet mit Orten und Stadtteilen, die Sie bedienen;
- Notdienst, Öffnungszeiten, Telefon und Adresse im Seitentext, identisch mit dem Google-Profil;
- Meisterbetrieb, Innung, Zertifikate und Referenzen;
- lesbar ohne Skripte und nicht gesperrt für KI-Crawler.
Mehr dazu unter GEO-Optimierung und KI-SEO.
Was wir für Handwerksbetriebe tun
- Messen: „Gewerk + Ort“ mehrfach in ChatGPT, Gemini und Google KI-Modus, berichtet als „in 2 von 5 Antworten genannt“, dazu eine Frage zu Ihrem Betrieb. Wie wir messen.
- Korrigieren: Google-Profil, Bing, Apple und die Verzeichnisse, die die KI in Ihrem Land liest, überall dieselben Angaben.
- Ergänzen: Leistungs- und Gebietsseiten auf Ihrer bestehenden Website.
- Jeden Monat gleich messen.
Wir verkaufen keine Kontakte und rufen nicht ungefragt an. Monitor ab 149 €/Monat, Betreuung ab 590 €/Monat, Umsetzung 2.400–3.200 €, Tiefen-Analyse ab 890 €, netto zzgl. USt. Monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit, alle Zugänge auf Ihren Namen. Alle Preise
Häufige Fragen
Wie finde ich als Handwerker mehr Aufträge über KI?
Indem die KI Ihren Betrieb nennt, wenn jemand „Installateur in meiner Stadt“ oder „Reinigungsfirma in meiner Stadt“ fragt. Das gelingt über ein vollständiges Google-Unternehmensprofil (seine Bewertungen zeigt ChatGPT im deutschsprachigen Raum auf der Karte), einheitliche Einträge in den Verzeichnissen, die die KI liest, und eine Website mit einer Seite pro Leistung und Einzugsgebiet. Eine Garantie auf Nennung gibt es nicht.
Brauche ich MyHammer oder andere Portale noch?
Als Auftragsquelle entscheiden Sie selbst. Als Informationsquelle haben Portalprofile einen Nutzen: MyHammer tauchte in unseren Stichproben unter den zitierten Quellen auf. Ein gepflegtes Profil, das Ihren Betrieb richtig beschreibt, schadet nicht, bezahlte Kontakte sind dafür keine Voraussetzung.
Taucht Check24 in KI-Antworten auf?
In unseren Stichproben vom 3. Oktober 2026 ist Check24 für Handwerker nicht aufgetaucht. Zitiert oder gesucht wurden werkenntdenbesten.de, trustlocal.de, Das Örtliche, profimap.de, my-hammer.de, klempnerfinder.de, Gelbe Seiten und in Österreich Herold. Das kann sich je nach Gewerk und Stadt unterscheiden; der kostenlose Check zeigt es für Ihren Ort.
Hilft eine neue Handwerker-Website?
Nur, wenn sie die Fragen der Kunden beantwortet: Leistungen, Einzugsgebiet, Notdienst, Preisrahmen, Ablauf, in normalem Text, gleichlautend mit dem Google-Profil. Ein schönes Design ohne diese Angaben bringt der KI nichts. Oft reicht es, die bestehende Seite zu ergänzen.
Was kostet das für einen kleinen Betrieb?
Der Check ist kostenlos. Die reine Messung (Monitor) beginnt bei 149 € im Monat, die laufende Betreuung bei 590 € im Monat, eine einmalige Umsetzung bei 2.400–3.200 €, netto zzgl. USt., monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Wir verkaufen keine Kontakte und rufen nicht ungefragt an.
